Hamburger Gastrowoche

04.12 bis 08.12.2017

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Geschichte der HAG - Seite 2

Der Durchbruch kam mit Einführung der flexiblen Glasfiber für Sicht und Licht in die Gastroskopie, 1928 bereits von Baird u. Lamm beschrieben, erstmals klinisch brauchbar 1958 (American Cystoscope Makers: ACMI) von Hirschowitz in USA vorgestellt. Die weiterentwickelten ACMI-Geräte mit dem typischen „Spatenstielgriff“ für die Abwinkelung fanden auch an Hamburger Kliniken längere Zeit Anwendung.

Fibergastroskop nach Hirschowitz 1958 (Aus:Krentz, Gastroenterologia)
GTFA Fa. Olympus (AK Heidberg 1968)

Nach Einführung der Gastrocamera, seit Mitte der 50ger Jahre aus Japan kommend,  brachten in der 2. Hälfte der 60ger Jahre  die japanischen Firmen Machida und  Olympus  Kombinationen aus Gastrocamera und Glasfibergeräten auf den deutschen Markt.  Mit der Gastrocamera, gedacht für Reihenuntersuchungen, wurden blind oder mit Hilfe der Diaphanoskopie etwa 20 Einstellungen fotografiert,  in USA übrigens von  MTA’s. Mit dem kombinierten Gerät (GTFA)  wurden  intragastrale Kleinfilme unter Sichtkontrolle angefertigt.

Eine Pyloruspassage, d.h. Duodenalsicht, war noch nicht möglich wegen nur eindimensionaler Abwinklung und der langen starren Gerätespitze.

Schematische Darstellung der starren Gerätespitze der GTFA mit intragastraler Camera
Intragastrale Fotos: Antrum und Pylorus (GTFA, Fa. Olympus) Pröpper, AK Heidberg 1968

Der wesentliche diagnostische Teil war dann, wie in der Radiologie, die anschließende Befundung der kleinen Filme mit etwa 20 Aufnahmen. Dabei konnte es passieren, dass man konvexe mit konkaven Befunden verwechselte.

Zu der Zeit nahmen verschiedene „Kleinfilm-Befunder“, insbesondere Professor Oshima aus Japan, für sich in Anspruch, ohne Histologie, rein makroskopisch, benigne von malignen Befunden unterscheiden zu können. Also pilgerten wir alle zu seinen Veranstaltungen, wo gewöhnlich in der ersten Reihe die deutschen Experten wie etwa die Professoren  Demling und Heinkel saßen und von ihm jeweils nach ihrem Urteil zu einem projizierten Kleinfilm befragt wurden. Ihre Antworten quittierte  er meist mit einem kurzen: “Falsch!“.  Da bei den Veranstaltungen im eingemauerten Berlin, auch das ist bereits Historie,  jeder rechtzeitig  einen Flieger  nach Haus erwischen musste, präsentierte ich damals als letzter im Programm meinen Fall vor fast leerem Hörsaal.

Auch in Hamburg fanden sich Gruppen von Gastrofotografen zusammen, um gemeinsam Filme zu  interpretieren. Meist wurde aber noch die Radiologie vergleichend als Goldener Standard herangezogen, teils firmierte die Radiologie auch als Veranstalter. Der besitzergreifende Terminus: „Bildgebende Verfahren“ war allerdings noch nicht erfunden.

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