Hamburger Gastrowoche

04.12 bis 08.12.2017

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Geschichte der HAG - Seite 3

Zu diesen Gastrofotografen-Treffen in den Krankenhäusern oder in der Praxis von Dr. Beermann in Lokstedt kam auch der Privatdozent Dr. Harald Lindner, Chefarzt am  DRK-Krankenhaus am Schlump

Er hatte sich bereits seit seiner Oberarztzeit am AK Eilbek, wo er eine Leberambulanz aufbaute, als Leberspezialist hervorgetan. Er propagierte die Leberenzymdiagnostik und publizierte fundierte Statistiken aus den verschiedenen Hamburger Krankenhäusern zur  Leberblindpunktion.

So auch aus der 2. Med. Abteilung des AK Heidberg, wo Chefarzt Dr. Richard Seitz bereits 1949 laparoskopisch transhepatische Cholangiographien durchgeführt hatte und seit 1951 zunächst mit starren und dann mit semifelxiblen Endoskopen der Firma Wolf gastroskopierte.

Prof. Harald Lindner, Sprecher seit 1972 und Vorsitzender von 1975 bis 1977

Mit Hilfe der Leberblindpunktion versuchte Seitz ferner nicht nur den Lebererkrankungen, sondern auch für den damals am Heidberg-Krankenhaus tätigen Neurologen, Prof. Mertens, später Ordinarius in Würzburg, den stoffwechselbedingten Ursachen neurologischer Krankheitsbilder auf die Spur zu kommen. Entsprechend groß war sein Untersuchungsgut. Dieses sichtete Lindner seinerzeit vor Ort wie auch in anderen Hamburger Krankenhäusern.  So baute er gleichzeitig Kontakte zu den gastroenterologisch aktiven Kliniken in Hamburg  auf. Am UKE gastroskopierte seinerzeit der Priv. Doz. Dr. Klaus Krentz. 1968 hatte er in den „Materia Medica Nordmark“ einen Artikel: “100 Jahre Gastroskopie“ veröffentlicht, dem ich wesentliche Fakten für die Überssicht: “Zur Entwicklung der Gastroskopie“ entnommen habe. Er erhielt bald darauf einen Ruf nach Aachen.  Lindner war bereits überregional bekannt.. Auf nahezu allen Kongressen brillierte er nämlich mit laparoskopischen Fotodokumentationen, die er mit Hilfe von Posterständen präsentierte. Bis dahin hatte man sich vorwiegend an handgezeichneten Abbildungen orientiert wie den LAPAROSKOPISCHEN TAFELN von dem seinerzeit am AK Rissen tätigen, später in Hamburg niedergelassenen Internisten, Dr. Kurt Schmidt. In seinem Vorwort schrieb Schmidt noch 1950 u.a., dass er über 175 Bauchspiegelungen berichte und Fräulein Ingrid Schaumburg, Hamburg, danke, die in freiem Auftrage alle farbigen Aquarelle, die sie in mühseligen Sitzungen am Kranken skizzierte und unter Verwendung ausgedehnter Farbproben teils während der Laparoskopie bzw. sofort im Anschluss daran in enger Zusammenarbeit mit dem Untersucher fertigte.

LAPAROSKOPISCHE TAFELN (K.Schmidt 1950, Hamburg)

Lindner löste diese Abbildungen durch seine laparoskopischen Fotografien ab. Er war bereits Sekretär der Deutschen Gesellschaft für gastroenterologische Endoskopie, die inzwischen schon 7 Seminare abgehalten hatte.

Lindners großes Verdienst für unsere Hamburger Arbeitsgemeinschaft war es,  dass er die genannten unterschiedlichen Aktivitäten in Hamburg bündelte und koordinierte, indem er die in Hamburger Krankenhäusern endoskopierenden Kollegen  zusammenbrachte. Seitz wollte er, wie er es nannte, als Nestor gastroenterologischer Endoskopie in Hamburg gewinnen. Der lehnte jedoch ab und delegierte mich, seinen endoskopischen Funktionsoberarzt, als Lindner die Vertreter der gastroskopierenden Hamburger Krankenhäuser zusammenrief und mit Ihnen den ersten praktischen Kurs im DRK-Krankenhaus vom 31.Januar bis 2. Februar 1972 veranstaltete, im Anschluß an das 8. der Seminare der Deutshen Gesellschaft für gastroenterologische Endoskopie, die regelmäßig  im  chemischen Staatsintitut  stattfanden.

Programm des ersten HamburgerKurses für Gastrointestinale Endoskopie
Chemisches Staatsinstitut
Deutsches Rotes Kreuz-Krankenhaus (Historische Postkarte)

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